Ein offener Brief an meine Mitmenschen

Ekruhcs4. August 2026other

An die Bürger unseres Vaterlandes,

ich weiß nicht, ob dieser Brief überhaupt jemanden erreicht. Vielleicht geht er in den Wirren dieser Tage unter, so wie vieles, das uns einst selbstverständlich erschien.

Ich bin kein Soldat. Kein Politiker. Kein General. Ich bin nur ein einfacher Handwerker. Mit meinen drei kleinen Betrieben versuche ich Tag für Tag ehrlich mein Brot zu verdienen und meine Familie zu ernähren.

Als ich meine Arbeit begann, war Deutschland stark. Unsere Städte waren voller Leben, die Straßen sicher und die Menschen blickten mit Hoffnung in die Zukunft. Heute sehe ich auf die Karten Europas und erkenne unser Land kaum wieder. Überall verschieben sich Grenzen. Verbündete verschwinden, neue Mächte entstehen, und niemand weiß, wer morgen noch Freund oder Feind sein wird.

Mit jedem Tag frage ich mich, ob meine Werkstätten morgen noch stehen. Ob ich überhaupt noch Material bekomme. Ob meine Kinder in Frieden aufwachsen oder nur noch Krieg und Entbehrung kennenlernen.

Die Großen dieser Welt reden von Strategie, Eroberungen und Ruhm. Für uns einfachen Leute bedeuten diese Entscheidungen nur leere Regale, steigende Preise und die ständige Angst, alles zu verlieren, was wir uns aufgebaut haben.

Ich wünsche mir keine Macht. Kein Amt. Keinen Reichtum. Ich wünsche mir lediglich, morgens meine Werkstatt öffnen zu können und abends nach Hause zu kommen, wo meine Familie noch sicher auf mich wartet.

Möge Deutschland wieder einen Weg finden, auf dem nicht nur Generäle und Herrscher gewinnen, sondern auch jene, die mit ihren Händen arbeiten und dieses Land Tag für Tag am Leben halten.

Ein besorgter Handwerker.

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