Verlautbart vor der versammelten Arbeiterschaft
Genossen! Malocher! Freunde der Bewegung!
Ich stehe heute nicht vor Euch, weil ich Macht begehre. Wer mich kennt, der weiß: Ich war in den Gruben des Saargebietes, ich habe in der Schweiz Gebirge erklommen, ich habe in Gambia gekämpft, ich habe im Kongress gestritten und auf dem Rücken der Schlachten für die Würde unserer Brigaden eingestanden. Macht war nie mein Ziel. Der Dienst an der Sache war es stets.
Doch eben deshalb kandidiere ich heute für den Zentralrat des ADAV.
Denn ein Zentralrat braucht keine Männer, die reden. Er braucht Männer, die handeln. Männer, die ihren Standpunkt kennen – weil sie auf dem Feld gestanden haben. Männer, die den Arbeiter nicht nur als Schlagwort kennen, sondern als Genossen und Bruder, dem sie ins Gesicht gesehen haben.
Was ich einbringe
Ich bringe keine leeren Versprechen mit.
Ich bringe Erfahrung:
seit Gründung des Vereins bin ich im Zentralrat tätig
ich war und bin Kongressdelegierter
ich war Vizepräsident der Schweiz
ich bin stolzer Soldat der roten Brigaden
Und ich bringe, was der Zentralrat in diesen Zeiten am meisten braucht:
Eine Stimme, die nicht schweigt, wenn es unbequem wird.
Was der ADAV jetzt braucht
Die Partei steht an einem Scheideweg.
Kongress- und Präsidentschaftswahlen werfen ihre Schatten voraus. Die Bourgeoisie rüstet sich, die Reaktion schläft nicht. Unsere Feinde – und wir kennen sie, von den Fabriken des Marcell_DAvis bis zu den Hinterzimmern derer, die den Arbeiter für ein Werkzeug halten – sie beobachten uns genau.
Was sie fürchten, ist Einheit.
Was uns schwächt, ist Zersplitterung.
Ein Zentralrat, der nicht geschlossen agiert, ist kein Zentralrat – er ist ein Debattierklub. Und die Geschichte wartet nicht auf Debattierklubs.
Mein Versprechen
Ich werde im Zentralrat das sagen, was gesagt werden muss – auch wenn es unbequem ist.
Ich werde die Verbindung zur Basis halten – zu den Malochern, die auf unseren Parteitagen sitzen, in den Werkshallen und Gräben stehen und sich die Hände schmutzig machen.
Ich werde die roten Brigaden, unser schlagendes Herz, mit dem politischen Arm der Partei verbinden – denn Schlagkraft braucht Richtung, und Richtung braucht Schlagkraft.
Und ich werde niemals vergessen, wem wir dienen.
Nicht uns selbst. Nicht unseren Titeln. Nicht unseren Ämtern.
Dem Arbeiter. Dem Malocher. Dem Mann und der Frau, die Deutschland mit ihren Händen tragen.
Genossen, die Stunde duldet kein Zögern.
Wählt erfahrene Köpfe in den Zentralrat.
Wählt Männer, die nicht erst dann erscheinen, wenn der Sieg gefeiert wird – sondern die in der dunkelsten Stunde der Schlacht noch kämpfen.
Ich bin bereit.
Für die Einheit der ADAV.
Für den Sieg der Arbeiterklasse.
Vorwärts, Genossen! ✊