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Heute hat jemand versucht Klaus zu klauen.
06:47 Uhr. Ich schlafe noch. Halb. Man schläft nie ganz tief auf einer Parkbank. Man entwickelt so einen sechsten Sinn. Ein Rauschen. Ein Rascheln. Irgendwas.
Diesmal war es ein Typ. Mitte dreißig. Jogginghose. Laufschuhe für dreihundert Euro. Er schlich sich an. Langsam. Sehr langsam. Als würde er einen Schlafsack ausrauben und nicht merken dass das der absurdeste Satz des Tages ist.
Er griff nach Klaus.
Was dann passierte kann ich nur aus zweiter Hand berichten weil ich noch halb schlief.
Gertrude war wach.
Gertrude ist immer wach.
Der Mann hat laut geschrien. Für 06:47 Uhr sehr laut. Ein Jogger auf dem Nebenweg ist stolpergefallen. Ein Hund hat angefangen zu bellen. Irgendwo hat ein Baby aufgehört zu weinen — vermutlich aus Überraschung.
Der Mann rannte weg. Dreihundert-Euro-Schuhe. Volles Tempo.
Gertrude flog einmal hinterher. Nur kurz. Nur um den Punkt zu setzen.
Ich habe das alles verschlafen.
Klaus lag noch genau da wo er hingehört.
Gertrude kam zurück. Setzte sich. Schaute mich an.
Ich sagte:
„Danke."
Sie schaute weg.
Als wäre es selbstverständlich.
Es ist selbstverständlich.
Hans hörte davon am Nachmittag.
Er wollte Anzeige erstatten.
Ich sagte nein.
Er fragte warum.
Ich sagte:
„Wer einen Schlafsack klaut hat schon genug Probleme."