Position eines deutschen Soldaten

CptnOrly16. Mai 2026news

Ein Soldat blickt auf sein Land. Ein Land voller Potenzial, voller Helden, erfüllt von Kampfeswillen und Kraft, doch gebremst. Aufgehalten von Bürokraten, von Leuten, denen die Moral der eigenen Soldaten egal ist, die junge Kämpfer auf dem „Schlachtfeld der Diplomatie“ opfern. Ist es Angst, die die Bürokraten aufhält? Sind es zu große silberne Koffer, die von zu jungen Frauen in zu prächtige Büros getragen werden?

Der Soldat schüttelt den Kopf. Das Kämpfen wurde ihm untersagt. Derjenige, der sich „sein Präsident“ nennt, fragte in den Streitkräften, warum sich jemand noch im Kampf befinde, anstatt hinter einem Schreibtisch Fabriken zu verwalten. Als wäre es eine Schande, die Waffe für das Land zu erheben.

Ein Soldat wurde einst gerufen, als Verteidiger des eigenen Landes, gegen Frankreich, gegen Luxemburg, und er folgte dem Ruf. Er folgte seiner Regierung auch, als der Marsch nach Frankreich gestoppt wurde, um Richtung Süden zu marschieren. Er folgte, als Italien das Land besetzte, widersetzte sich nicht, als Spätzle zu Pasta wurden und das deutsche Bier dem Chianti weichen musste. Er glaubte daran, dass sich sein Land zu der Stärke erheben würde, die es verdient, verpflichtet gegenüber all den neuen Bürgern.

Ein Soldat folgte den Befehlen, sein Land zu befreien. Als endlich der Befehl zum Widerstand kam, sprang er lachend aus dem Schützengraben, feuerte aus seinem Panzer und rammte, als dieser leer geschossen war, dem Gegner sein Bajonett in den pizzagefüllten Wams. Beseelt von dem Gedanken, endlich die Grenzen zu erweitern, wurde er jedoch gestoppt. Täglich musste er die Angriffe aus Frankreich ertragen, all die Provokationen, doch die Politik seines Landes bremste. Wieder und wieder geschah nichts, anstatt auf all die Provokationen mit einem Gegenangriff zu reagieren. Aus Furcht, dass Frankreich durch einen Angriff mehr Soldaten rekrutieren könnte. „Feigheit vor dem Feind“, das, was er in seiner Ausbildung als größte Sünde des Soldaten gelernt hatte, schien nun Staatsräson zu sein.

Doch ein Soldat folgte weiter. Nicht in Zentraleuropa, sondern auf dem Balkan und schließlich in Nordafrika. Hier einen Sieg zu erringen, sei schließlich wichtiger, als die Grenzen des eigenen Landes zu erweitern. Wichtiger, als die Provokationen aus dem Westen zu erwidern. Wichtiger, als den Usurpatoren aus dem Süden Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Doch all die Schlachten, die er schlug, waren vergebens. Denn kaum war eine europäische Basis in Nordafrika errichtet, kam erneut der Befehl aus dem Regierungsviertel: „Alles auf Eco!“

Und nun? Nun ist Portugal auf der Landkarte nur noch mit einer Lupe zu finden, Spanien genauso. Die Länder Nordafrikas haben die Iberische Halbinsel erobert und voller Scham wendet der Soldat sich ab – denn Frankreich ist das letzte Bollwerk vor seinem eigenen Land.

Ein Soldat kämpfte verbissen für die Freunde aus dem Norden; die freien Fjorde sind ein Anblick, den er voll Stolz genießt. Das freie Irland mit seinen grünen Hügeln und köstlichem Whiskey ist der Ort, an dem er in einem Pub die Ruhe nach der Schlacht findet. Doch während er dort den Liedern lauscht, denkt er an seine Heimat: das Elsass, das Memelland, Ostpreußen, Tirol – Ländereien und Gebiete, an denen er die schwarz-rot-goldene Flagge der Bundesrepublik wehen sehen möchte.

Einem Soldaten läuft eine Träne über die Wange – er weiß, all das wird er nicht sehen. Sein geliebtes Land ist in der Hand von Feiglingen. Leuten, die sich zu schade sind, selbst eine Waffe in die Hand zu nehmen und die sich ihre Pfründe sichern, während die eigenen Soldaten entweder an den Schreibtisch oder in sinnlose Schlachten für Verbündete geschickt werden.

Ein Soldat wendet sich ab. Er wischt sich über das Gesicht und greift seine Waffe. Nicht länger wird er für solche Befehle kämpfen. Wenn er nicht für sein Land kämpfen darf, dann wenigstens dort, wo ihm das Geld winkt. Doch eines Tages wird sich der Wind drehen, eines Tages wird er kämpfen dürfen – für die Bundesrepublik, für das, weswegen er vor vielen Monaten angeworben wurde. Und er wird bereit sein. Für sein Land, für sein Volk, das mittlerweile in die Tausende geht, doch nicht länger für diese Regierung.

Ein Soldat akzeptiert eine Niederlage. Ein Soldat akzeptiert eine Besatzung. Doch ein Soldat akzeptiert keine Feigheit. Sei es sein Kamerad, sein General oder sein Präsident.

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