
Der Morgen war noch kühl, als ich meinen Pflug vor den Ochsengespann spannte.

Der Atem der Tiere dampfte in der kühlen Luft, und die Erde roch nach feuchtem Lehm und dem Versprechen neuer Saat.

Mit fester Hand führte ich die Schar durch den harten Boden, und die Furche hinter mir war so gerade, als hätte sie ein Lineal gezogen.

Und so tat ich es, Jahr für Jahr, seit meine Hände stark genug waren, den Pflug zu halten. Die Sonne stieg höher, und mit jedem Schritt, den die Ochsen machten, wuchs die Reihe der dunklen Linien, die sich wie die Zeilen eines großen Buches über das Feld zogen.

Die Nachbarn spotteten zuweilen: „Kronenbacher, du pflügst, als wärst du der Herrgott selbst!“ Doch ich lächelte nur und antwortete: „Ich pflüge, damit die Erde atmen kann.“ Denn ich wusste, dass jedes Mal, wenn die Schar den Boden aufbrach, die Erde ihren alten Atem ausließ, den Duft vergangener Ernten, und neuen Raum für das Leben schuf.

Als der Abend kam und die letzten Strahlen der Sonne die frischen Furchen in Gold tauchten, lehnte ich mich auf meinen Pflug und blickte über sein Werk. Die Erde war müde, doch sie war bereit. Und er mit ihr. Denn das Pflügen war nicht nur Arbeit, es war ein Gespräch mit dem Land, ein Bund, so alt wie die Welt selbst.
